Prüflabor

Hier können Sie die Prüfungsbeschreibung des Prüflabors von JANY nachlesen.

JANY FERTIGT SITZE UND BODENSYSTEME FÜR FAHRZEUGE DER KLASSE LEICHTLASTKRAFTWAGEN.

Fahrzeuge der Klasse M1 sind definitionsgemäß mit maximal 8 Sitzen ohne den Fahrersitz ausgestattet. Die Klasse M1 gilt hauptsächlich für relativ kleine Personenkraftwagen und unterliegt daher den strengsten Sicherheitsanforderungen für Fahrzeugsitze aller Fahrzeuge.

Um für ein Fahrzeug die M1-Genehmigung zu erhalten, muss das Fahrzeug insgesamt eine Reihe von EU-Richtlinien und Prüfanforderungen erfüllen. Um die Genehmigung für den Sitz in einem Fahrzeug zu erhalten, muss der Sitz nicht nur als einzelne Einheit, sondern auch als Komplettsystem geprüft werden, das in das Fahrzeug eingebaut ist, in das Sie die Sitze einbauen möchten.

Alle Sitzlösungen von Jany werden gemäß den geltenden EU-Richtlinien geprüft. Diese werden von TÜV Rheinland validiert, welcher die Genehmigungsberichte für den Einbau in Fahrzeuge erstellt und bestätigt.

Von diesen beziehen sich die nachstehenden vier Richtlinien auf Fahrzeugsitze:

ECE R 14: Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Fahrzeuge hinsichtlich der Sicherheitsgurtverankerungen.

ECE R 16: Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Sicherheitsgurte und Kinder-Rückhaltesysteme für Kraftfahrzeuginsassen.

ECE R 17: Einheitliche Bestimmungen für die Genehmigung von Fahrzeugen hinsichtlich der Sitze, ihrer Verankerungen und Kopfstützen.

ECE R 21: Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich ihrer Innenausstattung.


Es folgt eine kurze Beschreibung der wichtigsten Prüfungen, die gemäß den einzelnen Richtlinien durchgeführt werden müssen:

Alle Richtlinien enthalten ein Kriterium hinsichtlich der Sitzgeometrie für optimale Sicherheit, welches auf einem Bezugspunkt basiert, der „H“-Punkt genannt wird. Dies ist bei einer normalen Person der Hüftbeugepunkt. Er wird mithilfe einer Prüfpuppe bestimmt, die in den Sitz gesetzt und physisch vermessen wird. Die Richtlinien enthalten Vorschriften für die Durchführung der H-Punkt-Prüfung. Auf diese wird weiter unten näher eingegangen.


  • ECE R14

    Um sicherzustellen, dass das Gurtsystem richtig funktioniert, müssen die Ankerpunkte der definierten Zugbeanspruchung standhalten können, die genauso stark ist wie wenn sie bei einem Unfall repliziert wird. Bei einem 3-Punkt-Gurt werden der obere Schultergurt und der untere Beckengurt mit einer Zugvorrichtung gesichert. Eine Zugmaschine belastet den Sitz in jedem Gurtabschnitt mit 1350 kg, während der Sitz an den unteren Ankerpunkten einer statischen Belastung in Höhe des 20-fachen Gewichts des Sitzes ausgesetzt wird. Insgesamt wird das Jany-Sitzsystem mit etwa 3,5 Tonnen belastet und für die Genehmigung muss es der Belastung 0,2 Sekunden lang standhalten können, ohne kaputtzugehen.

  • ECE R16

    Für den Gurt, der dem Insassen bei einem Unfall als Sicherheitsvorrichtung dient, besteht ein größerer Testbedarf. Die Funktionsfähigkeit eines Gurts, die Spannung für die Geschwindigkeit, den Winkel und die Beschleunigung werden im Rahmen von Zyklustests geprüft. Neben einer dynamischen und statischen Zugprüfung wird der Zustand aller Elemente in Bezug auf Temperaturveränderungen, Wasserbeständigkeit und Staubunempfindlichkeit getestet. Jany arbeitet mit erfahrenen Gurtherstellern für die Nutzfahrzeugbranche zusammen. Zusammen mit dem Anbieter entwickelt Jany Gurtlösungen für all unsere Produkte, um bestmögliche Sicherheit für den Benutzer zu erzielen.

  • ECE R17

    Bei diesem Test liegt der Schwerpunkt auf der Prüfung der Sitzrückenlehne und Kopfstütze. Der Sitz wird auf einem Prüfstand fixiert, der die Umrisse einer Person nachempfindet. Anschließend wird das Gerät mit einer Kraft von 53 Nm in die Rückenlehne gedrückt.

  • Der gleiche Test wird mit einem Puppenkopf wiederholt. Dabei werden die Nackenstütze und die Rückenlehne gleichzeitig belastet.

  • Einer der wichtigsten Tests ist ein dynamischer Schlittenversuch. Der Sitz muss von vorn und von hinten getestet werden und einer Kraft von 20 G standhalten. Die Schlittenversuche wurden erweitert und beinhalten nun zwei lose Blöcke, die auf die Hinterseite der Sitze prallen. Dadurch werden z. B. loses Gepäck oder Kisten simuliert, die bei einem Unfall auf den Sitz prallen.

  • Die Kopfstützeneinheit wird in einem Extremszenario getestet, in dem Fähigkeit der Kopfstütze, bei einem Aufprall Energie zu absorbieren, am geringsten ist. Dies lässt sich mit einem Messinstrument erreichen, in dem ein Puppenkopf von vorne bzw. von hinten mit einer Kraft auf die Kopfstütze prallt, die einem Drehmoment von 37,5 Nm entspricht.

  • ECE R21

    Es bestehen ebenfalls Anforderungen an die Gestaltung des Innenraums und die verwendeten Materialien. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sich im Aufschlagbereich keine Elemente befinden, die für den Benutzer eine Gefahr darstellen könnten. Für die Rückenlehne des Sitzes besteht eine Anforderung an das verwendete Material. Es werden seine Fähigkeit, Energie zu absorbieren, seine Qualität und sein Design geprüft. Zudem muss es eine Mindestrundheit aufweisen. Alle Prüfungen werden mit einem Messinstrument durchgeführt, wobei der Puppenkopf mit allen Elementen, die im Aufschlagbereich bestimmt wurden, in Berührung kommt.